Prof. Dr. Hartmut Kegler
Albert-Schweitzer-Freundeskreis Aschersleben
Albert-Schweitzer-Freundeskreis Aschersleben
Im Jahr 1959 schrieb mir Albert Schweitzer: „Die Idee der Ehrfurcht vor dem Leben ist das Positive, das ich im Denken geschaffen habe. Aus vielen Zeugnissen weiß ich, dass sie auf dem Wege ist, sich Ansehen zu verschaffen und in menschlichen Herzen Eingang zu finden.“ Er wusste damals sicher nicht, dass noch zu seinen Lebzeiten eine der verdienstvollsten Bewegungen entstand, die, bewusst oder unbewusst, diese Idee zur Grundlage ihres Wirkens werden ließ. Schweitzer selbst hoffte, dass sein „bleibendes Haus“ sein geistiges Werk werden würde, das er Ehrfurcht vor dem Leben nannte und das auf der Erkenntnis beruhte: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Nach seiner Ansicht bedeutete Ethik grenzenlose Verantwortung gegen alles, was lebt. Dieses Verantwortungsgefühl hat alle in der Umweltorganisation Greenpeace vom ersten Tage ihres Wirkens an durchdrungen und zu mutigen Aktionen bewegt. Ständig erlebt die Welt, welche Einsatz- und Opferbereitschaft es erforderte und auch künftig erfordern wird, sowohl für den Frieden als auch gegen den Krieg, sowohl für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten als auch gegen den Raubbau an der Natur und sowohl für die Reinhaltung von Luft und des Wassers als auch gegen deren Verschmutzung zu kämpfen. Viel unternimmt diese Organisation zudem für die Aufklärung der Menschen und Aufdeckung von Verstößen oder Verbrechen, um uns Menschen sowie den Tieren und Pflanzen ein Überleben auf unserem Planeten zu ermöglichen. Auch Albert Schweitzer warnte eindringlich vor der Gedankenlosigkeit und der verantwortungslosen Gewinnsucht, die zu Tötung, Gewalt und Zerstörung führen. „Nur das Denken, in dem die Gesinnung der Ehrfurcht vor dem Leben zur Macht kommt, ist fähig, die Zeit des Friedens in unserer Welt anbrechen zu lassen“, sagte er und meinte damit nicht nur den Frieden unter den Menschen und zwischen den Völkern, sondern ebenso natürlich den Frieden des Menschen mit der Natur und Umwelt. Möge Greenpeace auch in Zukunft von diesem Bestreben beseelt sein und möglichst viele Menschen finden, die ihr mit Mut und Hingabe auch künftig helfen, ihre zutiefst humanistischen Ziele zu verwirklichen.
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