20. Januar 2011

Tiergestützte Pädagogik

Was macht Strolch an der ASS?

Tiergestützte Pädagogik
Klaus-Dieter Voigt

Die Fragestellung machte mich neugierig und darauf gestoßen bin ich, als ich im Internet nach Namensträgerschulen suchte und auf die Albert Schweitzer Schule in Alsfeld klickte, die 2011 ihr 150jähriges Jubiläum feiert. Das Gymnasium trägt seit 1956 den Namen, Dr. Schweitzer gab persönlich seine Zustimmung.

Eine Anfrage der Schule bei Dr. Albert Schweitzer in Lambarene im Februar 1956 hatte eine positive Antwort zu Folge gehabt, so dass der Kreistag im Juni 1956 die Benennung des Realgymnasiums in  Albert-Schweitzer-Schule   beim Kultusministerium beantragen konnte, das sich sofort einverstanden erklärte..
 http://www.albert-schweitzer.alsfeld.schule.hessen.de/index.html

Auf der Startseite ist ein Hund abgebildet- der Schulhund Strolch-, jetzt wurde ich neugierig, denn das hatte ich noch nicht gehört.

( aus der gleichen Homepage)
Was macht Strolch an der ASS?
Hundeführerschein-AG
Die Hundeführerschein-AG findet einmal wöchentlich für 8 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 5 statt. Jedes Kind hat eine eigene Hundeführerschein-AG-Mappe, in der das bei den Treffen ausgegebene Material gesammelt wird. Diese Mappen sowie während der AG aufgenommene Fotos dürfen die Kinder nach Beendigung der AG behalten. Dadurch haben sie nicht nur ein Andenken, sondern können immer wieder einiges zum Thema „Hund“ nachlesen. In der AG wird Strolch gezielt für die praktische Arbeit eingesetzt. Am Ende der AG machen die Kinder sowohl eine theoretische Prüfung als auch eine praktische, in der sie mit Strolch verschiedene Übungen durchführen. Für die gelungene Prüfung gibt es eine Urkunde und den Hundeführerschein der Albert-Schweitzer-Schule.
Folgende Ziele und pädagogische Schwerpunkte sollen in der AG umgesetzt werden:
Die Kinder sollen den korrekten Umgang mit dem Hund erlernen und in Bezug auf den Hund sicherer werden, so dass das Unfallrisiko mit Hunden im Alltag minimiert wird.
Die Kinder sollen den natürlichen Umgang mit dem Hund erleben und sich in der Gruppe über den Hund austauschen.
Die Kinder sollen sich intensiv mit ihrer Körpersprache und der Körpersprache des Hundes auseinandersetzen.
Vorhandene Ängste in Bezug auf  Hunde oder Prüfungen können abgebaut werden.
Die Kinder haben die Möglichkeit, ihr bisher gesammeltes Wissen zum Thema „Hund“ zu erweitern, und können es auch teilweise in die Praxis umsetzen.
Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis der Kinder sollen geschult werden.
Das Regelverständnis der Kinder soll geschult werden.
Die Kinder sollen in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gefördert werden.
Das soziale Miteinander soll gefördert werden.


Klassenhund
An zwei Tagen in der Woche begleitet Strolch seine Besitzerin Frau Bickert in den Unterricht. Für diese „Hundetage“ gibt es einen wöchentlich rotierenden „Hundedienst“ (bestehend aus jeweils zwei Kindern aus der Klasse, in der Strolch eingesetzt wird, derzeit Klasse 6d), der besondere Aufgaben und somit auch besondere Verantwortung in Bezug auf den Hund übernimmt. Die Anwesenheit des Hundes beeinträchtigt den Unterrichtsablauf nicht, sondern ist eine Bereicherung für alle Beteiligten. Natürlich begleitet Strolch „seine“ Klasse auch auf Wandertagen und Klassenfahrten.



In der pädagogischen Fachliteratur ist "Tiergestützte Pädagogik" der gängige Fachbegriff.

Als Pionier der Entwicklung der Tiergestützten Therapie gilt der amerikanische Kinderpsychologe B. M. Levinson, der bereits um 1960 eher zufällig entdeckte, dass sein Hund in der Therapie eines zu behandelnden kontaktgestörten Kindes große Wirkung erzielte. Andere Wissenschaftler der USA haben diese Erkenntnis in den 70er-Jahren zum Anlass genommen, weitere Forschungen zu dieser Thematik einzuleiten. In der Folgezeit kam es in den englischsprachigen Ländern zu weiterführenden Untersuchungen und Studien, sodass wissenschaftliche Forschungszweige eingerichtet wurden.
Seit Anfang der 80er-Jahre hat sich auch in Deutschland das Interesse Einzelner entwickelt, die heilende und helfende Wirkung von Tieren in der Begegnung mit Menschen zu untersuchen. Ziel der Beobachtungen und Forschungen ist es herauszufinden, inwieweit Tiere in der Lage sind, durch ihre arteigenen Verhaltensweisen Menschen positiv zu beeinflussen, ihre Heilung zu beschleunigen oder ihren Alltag bewusster zu gestalten.
http://www.tipi-koeln.de/

Dr. Dennis C. Turner aus der Schweiz ist Leiter des Instituts für angewandte Ethologie und Tierpsychologie und ein sehr gefragter Experte in der internationalen Forschung.
Die Philosophie von Dr. Turner und I.E.T. im Umgang mit Tieren lässt sich am besten den folgenden Worten des Institutsleiters entnehmen:
«Nur wenn wir in unserem Verhalten Tiere als Partner respektieren und ihnen art- und tiergerechte Haltung anbieten, dürfen wir erwarten, dass sie uns als soziale Partner Wertvolles wiedergeben.»
http://www.turner-iet.ch/de/tierschutz.php


Wenn das funktioniert, dann ist das im Sinne der ETHIK  DER EHRFURCHT  VOR DEM LEBEN .
Nun bin ich sehr froh darüber, das es Strolch gibt, an einem Gymnasium, das zu Recht den Namen ALBERT SCHWEITZER trägt.