Pfarrer Abbas Schah-Mohammedi
Bibeltext 5.Mose 15,1-11
Das Erlass-oder Sabbatjahr gehört zu den gnädigen Lebensordnungen, die Gott seinem Volk gegeben hat. Ein Gläubiger sollte nach Ablauf von sieben Jahren nicht mehr auf seiner Forderung bestehen, sondern dem Schuldner die Schuld erlassen. Damit sollte Armut unter einem Volk vermieden werden, das so reich von Gott gesegnet war. Großzügig sollten alle sein und frei von Liebe zu Geld und zu den Dingen. Der Gläubiger machte sich der Sünde schuldig, wenn er kein Geld borgte oder das Geliehene aus Furcht zurückforderte, weil das Erlassjahr unmittelbar bevorstand. – Hartherzigkeit gegenüber dem bedürftigen Bruder bedeutet, Gott nicht mehr zu vertrauen, dass doch aller Segen von ihm kommt. Arme gibt es in der Welt , weil wir mit den Segnungen Gottes nicht gerecht umgehen. Gerecht sein heißt, sagt Jesus, „barmherzig sein wie euer Vater im Himmel barmherzig ist“. Alle Schuld vergibt er uns und fordert nichts zurück. Christliche Nächstenliebe fordert Barmherzigkeit auf der ganzen Linie. Auch gegenüber den Ländern, die ihre Schulden nicht zurückzahlen können, ohne dass ihre Bevölkerung darunter leidet. Jesus hat uns mit dem Gleichnis von dem Schalksknecht ein Beispiel für unser Handeln gegeben. Wie soll es anders zu einem Neuanfang kommen ohne Schuldennachlass und Vergebung, wie wir es im Vaterunser Woche für Woche beten?
10. Februar 2010
Alfred Ullmann zum Beitrag unter Wissen57>>>