13. Januar 2010

Zum Albert-Schweitzer-Film

Ein lobenswertes Bemühen
Obwohl nicht an Originalschauplätzen gedreht, kommt der Film „ Albert Schweitzer- Ein Leben für Afrika“ dem Wirkungsort des Urwalddoktors sehr nahe. Den Ogowe- Fluss bei der Insel Lambarene kann kein anderes Gewässer doubeln. Regisseur Gavin Millar hat aber die Öffentlichkeit an einen Pionier der Menschlichkeit, der ebenerdig ohne Denkmalsockel geblieben ist, in Erwartung des 100jährigen Jubiläums seiner Afrikahilfe erinnert. Seine treueste Kameradin Helene und Tochter Rhena mit dem gleichen Geburtstag wie er haben auch einen Platz in den zwei Stunden mit Jeroen Krabbe, Barbara Hershey, Jeanette Hain.
Der Spielfilm ist besser als die 340 Seiten des „Drehbuches“ von Guido Dieckmann ( aufbau taschenbuch 2009) aus der amerikanischen Story. Die moderne Geschichte ist eine Ergänzung des amerikanischen Dokumentarfilmes von Erica Anderson und Jerome Hill von 1957. 50 Jahre später existiert Lambarene nicht nur als Symbol, sondern als konkrete Hilfe aus Wort und Tat unweit des Äquators in Gabun- und es braucht weiterhin die Spenden aus Humanität, Nächstenliebe und Dankbarkeit für das eigene Wohlbefinden. Somit ist der Titel des Filmes bescheiden wie die Lebensgeschichte der Schweitzers, denn ihr Dienen galt nicht nur Afrika. Heute wird die Verpflichtung durch Enkeltochter Christiane Engel in der FISL fortgesetzt. Jetzt liegt es an jedem selbst, sein Lambarene in dem Lambarene von Afrika zu finden und der Ethik eine Renaissance zu verschaffen. Elternhaus und Schulen sind gefordert, dass das Filmerlebnis nicht im Kinosaal konserviert wird. „ Der erste Fortschritt in der Entwicklung der Ethik wird erreicht, wenn der Kreis der Solidarität mit anderen Menschen sich erweitert.“
Eberhart Wissel, 01328 Dresden Borsbergstr. 7
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