12. Mai 2008

Gedanken zum Bild vom Menschen bei Bach und Schweitzer






Gedanken zum Bild vom Menschen bei Bach und Schweitzer


Prof. Dr. Ernst Luther


Über Schweitzers Bachrezeption und die Beziehung Musik und Ethik findet man Studien bei Harald Schützeichel in seiner 1991 veröffentlichten Dissertation „Die Orgel im Leben und Denken Albert Schweitzers“. Hier geht er auf die unterschiedliche Bewertung Schweitzers als Musiker ein und verweist auf die direkten Zusammenhänge zum ethischen Denken. Am deutlichsten sieht er sie in der Zeit zwischen 1900 und 1908. Die frühe Kulturkritik findet er in den Predigten von 1902 bis 1911. Den Zusammenhang zwischen Musik und Ethik sieht Schützeichel besonders in der Moralerziehung. Bach werde zum Erzieher der Menschheit und erhalte damit auf musikalischem Gebiet eine Bedeutung, wie sie auf theologischem der Person Jesu zukomme. Und an anderer Stelle: ,,Deshalb ist die Musik Bachs wie keine andere geeignet, den Menschen zu einer elementaren Religiosität zu führen.“ Eine solche Sicht ist völlig legitim und wird gewiss von einer großen Zahl der Verehrer Bachs und Schweitzers so geteilt. Es sei hier nur auf die zahlreichen Beiträge von Musikern und Musikwissenschaftlern, von Dichtern und Schriftstellern verwiesen, die in Friedrich Schorlemmers Anthologie ,,Lieben Sie Bach?“ mehrheitlich wie Wilhelm Furtwängler formulierten: ,,Bach war und blieb in der Hauptsache religiöser Musiker.“


Zu den wenigen, die weltliches und religiöses Schaffen bei Bach als eine Einheit betrachten, gehört Dimitrij Schostakowitsch. Auf die Fragen: ,,Wovon hängt diese hervorragende Eigenschaft der Bachschen Musik ab, und wodurch wurde sie hervorgerufen? Was müssen wir von Bach lernen?“ antwortet er:


,,Die tiefste Verbundenheit seiner Schöpfungen mit dem irdischen Menschenleben. Das Volkslied und der lutherische Choral sind der Urgrund der Bachschen Thematik. Das ist aber nur ein Teil dessen, was die Volkstümlichkeit Bachs bestimmt. Für ihn ist das Volkstümliche nicht nur das Volkslied, sondern überhaupt das gesamte musikalische Erbe seiner Zeit.“


Als einziger der ca. fünfzig Persönlichkeiten, die sich zu Bach äußern, setzt sich Joachim Kaiser damit auseinander, wie es heute ,,wirkt, Heiliges und Profanes zu vermengen.“


Ausführlich geht er auf Bachs Weihnachtsoratorium ein, in dem die Gegensätze zwischen weltlichem Jubel und himmlischer Freude nicht nur überbrückt, sondern förmlich getilgt sind. Die Musikwissenschaft hat herausgebracht, dass mindestens zwölf der vierundsechzig Nummern des Weihnachtsoratoriums aus anderen Werken stammen. Bach vollzieht da eine Oratorien-Taufe, die aus dem Heidenkind ein Christenkind macht - obwohl es scheinbar unverändert


bleibt.


Für Schweitzer ist Johann Sebastian Bach mehr als ein religiöser Komponist. Aber diese Sicht ergibt sich wesentlich durch seine Auseinandersetzung mit dem philosophischen und theologischen Denken - wozu er ja durch die Doktorarbeiten auch angehalten war - durch seine Studien über Kant und Jesus.


Aber Schweitzer findet die Quelle für das Menschenbild auch in der Vielschichtigkeit der dem Leben zugewandten Persönlichkeit Johann Sebastian Bachs. Es sei deshalb auf den Aspekt im Leben beider Persönlichkeiten verwiesen, auf den ethischen, der seine Quelle im menschlichen Alltag findet, in der Freude am Leben und in der Verzweiflung an diesem.


Kurz gesagt, es geht mir um die Einheit vom religiösen und weltlichen Bach und um den Respekt, den Schweitzer diesem Bach zollt. Folgen wir der Suche Schweitzers, nach dem tieferen Sinn, sich diesem Bach hinzugeben.


Den Namen Bach verbinden wir mit bedeutenden religiösen Kompositionen. Von den weltlichen Kantaten ist am ehesten die ,,Kaffeekantate“ bekannt. Aber wer vermutet schon, dass eine Pfingstmontagskantate ursprünglich ein Geburtstagsständchen war und das Weihnachtsoratorium auf ein musikalisches Stück über den Helden Herkules zurückzuführen ist?


Auch Albert Schweitzers Leben und Werk verbinden wir mit seiner tiefen religiösen Überzeugung. Kann man sich vorstellen, dass der junge Theologe Albert Schweitzer in der Zeit, als er an dem Bach-Buch arbeitet, an seine seit zwei Jahren eng vertraute Freundin Helene Bresslau folgende Zeilen ,,in der Eisenbahn, im Dunkel der Nacht“ meditierend schreibt:


,,Auch der Atheismus, wäre er nicht auch eine Religion? Die schönste und die schwierigste - die, die auf die Religion Christi folgen wird. Hat er nicht im Augenblick seines Todes gesagt »Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen«? Er ist also als Atheist gestorben? Wer hat den Mut, diesen Gedanken zu Ende zu denken?“


Im hohen Alter von 82 Jahren schreibt er einen Brief an einen früheren Konfirmanden, der ihm mitgeteilt hat, dass er sich schäme, von Schweitzer konfirmiert worden zu sein, weil dieser nicht den rechten Glauben an die Dreieinigkeit habe.


In dem ergreifenden und zugleich sehr selbstbewusst gehaltenen Antwortbrief sagt er am Schluss:


,,Darum traget nicht zu schwer daran, daß Ihr Euch meiner schämen müßt, und trachtet danach, Gottes Kinder zu werden. Und seid friedfertig und lieb mit denen, die anders denken in Sachen der Religion. Denn unser Herr Jesus hat uns zum Frieden berufen. Selig sind die Friedfertigen, hat er in der Bergpredigt gesagt. In allem erweist Euch als die Friedfertigen! Auch in den Glaubensunterschieden, die innerhalb des Christentums bestehen.“


Da Schweitzer seinen religiösen Glauben als Ausdruck der Menschenliebe und später überhaupt als Ausdruck der Ehrfurcht vor allem Leben ansah, findet man bei ihm wenig Voreingenommenheiten gegenüber anderen Glaubensrichtungen (so gibt es kritische Bemerkungen zum späten Judentum, zum Islam und zum Katholizismus) noch gegenüber weltlichem Denken. So beschreibt er denn auch ohne jede Ironie, wie Bach mit Eifer und Freude weltliche Texte verfasst oder von Picander erhält und in Kompositionen gestaltet, um sie später mit neuen Texten versehen als bedeutende kirchliche Werke herauszugeben.


Was Bach und Schweitzer verbindet, ist die Hinwendung zum menschlichen Alltag, insbesondere zu den Sorgen der Menschen.


Als Schweitzer am Buch über Bach arbeitet, schreibt er enttäuscht an seine ,,Schwester Helene“, dass es ihm immer noch nicht gelungen sei, Straßenkinder aufzunehmen, um ihnen in ihrem Los beizustehen. Nur so - oder gerade deshalb - ist zu verstehen, warum er in diesem Brief auch schreibt:


,,Der Bach wird ein schönes Buch: aber es ist nur ein Drittel meiner Seele darin. Dieses Philosophieren über Kunst würde mir nie genügen, und ich werde froh sein, wenn ich meine Kräfte und meine Gedanken nicht mehr für ein Unternehmen einsetzen muß, das »nur interessant«, aber nicht mein Leben ist.“


Ende des Jahres 1717 hat es Johann Sebastian Bach eilig, von Weimar wegzukommen. Der Fürst Leopold von Anhalt-Köthen hatte ihm den Posten eines Hofkapellmeisters angetragen. Sein bisheriger Dienstherr, Wilhelm Ernst von Weimar, verübelte ihm die Eile und sperrte seinen Hoforganisten und Kammermusikus erst einmal vom 2. November bis zum 2. Dezember in den Arrest. Weihnachten 1717 begann für Johann Sebastian Bach in der kleinen Residenz Köthen eine Zeit, die ihn über die sechs Jahre, die er hier wirkte, mit dem Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen verbindet, und die Schweitzer als die angenehmsten Jahre in Bachs ganzer Laufbahn benennt. Er schränkt allerdings ein, dass die Stelle keine volle künstlerische Befriedigung bot. Bedenkt man aber, unter welch unwürdigen Umständen Bach seinen Vertrag 1723 in Leipzig unterschreiben musste und wie er 1720 eine Anstellung in Hamburg verlor, weil sein Kontrahent aus Erkenntlichkeit für die Wahl viertausend Mark an die Kirchenkasse bezahlt hatte, so wog in Köthen die Freundschaft mit dem jungen Fürsten viel auf


Es fällt in die Köthener Zeit 1720 der Tod seiner Frau Maria Barbara, die ihm sieben Kinder geboren hatte, von denen vier überlebten. Jedoch rettete ihn aus der Not die einundzwanzigjährige Anna Magdalena. Sie wurde eine liebende Mutter, herausragende Schülerin und Helferin; mit ihr führte er eine glückliche Ehe.


Im Unterschied zu Weimar hatte Bach in Köthen wenig Gelegenheit zu kirchlicher Musik, so schuf er weltliche Kantaten, die dann später Grundlage für kirchliche Musik wurden.


Schweitzer berichtet, wie die Geburtstagsmusik ,,Durchlauchtster Leopold“, die Bach gleich im ersten Jahr seiner Tätigkeit schrieb, später Grundlage für die Kantate auf Pfingstmontag ,,Erhöhtes Fleisch und Blut“ verwendet wird.


Schweitzer stellt die Umdichtung (von Bach selbst verfasst) mit dem ersten Rezitativ vor:




Weltliche Kantate: Pfingstmontagskantate:




Durchlaucht'ster Leopold, Erhöhtes Fleisch und Blut,


Es singet Anhalts Welt Das Gott selbst an sich nimmt,


Von neuem mit Vergnügen, Dem er schon hier auf Erden


Dein Cöthen sich dir stellt, Ein himmlisch Heil bestimmt


Um sich vor dir zu biegen, Des Höchsten Kind zu werden,


Durchlaucht'ster Leopold. Erhöhtes Fleisch und Blut.




Eine weitere interessante Gegenüberstellung ist ein Auszug aus dem Drama per musica ,,Herkules auf dem Scheidewege“, das Bach am 5. September 1733 in Dresden in der Telemannschen Gesellschaft zum 11. Geburtstag des sächsischen Kurfürsten aufführte, mit dem 1734 komponierten Weihnachtsoratorium.


Herkules - so berichtet die Geschichte - muss sich zwischen der Wollust und der Tugend entscheiden, und er entscheidet sich für die Tugend. Für Herkules setzt Bach den jungen Prinzen ein.


Aus der Gegenüberstellung der Texte greift Schweitzer wieder die erste Strophe heraus:




Die Wahl des Herkules




Die Wollust: ,,Schlafe mein Lieber und pflege der Ruh',


folge der Lockung entbrannter Gedanken.


Schmecke die Lust der lüsternen Brust


und erkenne keine Schranken.“


Das Weihnachtsoratorium ,Schlafe, mein Liebster, genieße der Ruh',


wache nach diesem für aller Gedeihen!


Labe die Brust, empfinde die Lust,


wo wir unser Herz erfreuen.“




Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie sich Schweitzer von dem Bach-Biographen Spitta unterscheidet, der die Profankantaten Bachs nur bedingterweise gelten lassen wollte und verschiedentlich als nicht charakteristisch kritisierte und meinte, dass sie an einem ,,Empfindungsüberschwang“ leiden würden.


Auch Schweitzer hat diese und jene kritische Anmerkung, aber für ihn sind die fast in Vergessenheit geratenen etwa zwanzig weltlichen Kantaten nicht weniger bedeutsam als die kirchlichen. Gleich zu Beginn schreibt er über die Kantate „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“: „Bach hat mit sichtlicher Liebe an dem Werk gearbeitet. ... Die Musik ist ungemein: stimmungsvoll und von bezaubernder Frische.“


Nach Schweitzer ist dem Textdichter Picander zu danken, dass die Bachschen Profankantaten nicht nur Gelegenheitskompositionen, sondern von wahrer Naturpoesie beseelte Kunstwerke seien.


Aus der Fülle der Beispiele sei eine Veränderung benannt, die so gar nicht Schweitzers Anerkennung fand. 1725 komponierte Bach für den Doktor der Philosophie August Friedrich Müller zu dessen Namenstag eine Kantate für eine studentische Veranstaltung. Später, so Schweitzer, ,,verging sich Bach selbst an diesem herrlichen Werk.“ Als Friedrich August II. am 17. Januar 1734 in Krakau zum polnischen König gekrönt wurde, führte er mit dem Telemannschen Verein noch in demselben Monat eine Festkantate »Blast Lärmen, ihr Feinde« auf, die eine Parodie der Musik zu Ehren August Müllers ist. Das ,,Vivat August“ konnte Schweitzer nur verärgern: ,,Die neue Handlung, in der die Tapferkeit, die Gerechtigkeit und die Gnade auftreten, hat mit den durch die Musik ausgedrückten Gedanken und Stimmungen gar nichts mehr zu tun, so dass die Tonsprache geradezu unsinnig wird.“ Der Meister hatte es eilig, ,,damit sein Verein als erster die eben gemeldete Krönung feire.“




Die Selbstverständlichkeit, mit der Schweitzer akzeptiert, dass kirchliche Kompositionen aus weltlichen übernommen werden, liegt auch in seinem historischen Verständnis. Das Buch ,,Johann Sebastian Bach“ verweist gleich im 3. der 35 Kapitel darauf, dass alle kirchlichen Weisen ,,irgendwoher eingewandert“ sind. Natürlich haben wir es ,,eigentlich mehr mit Bekehrungs- als mit Entlehnungsversuchen zu tun“, das zeige der Titel einer 1571 in Frankfurt erschienenen Sammlung: ,,Gassenhauer, Reuter- und Bergliedlein, christlich, moraliter und sittlich verändert, damit die böse und ärgerliche Weise unnütze und schampare Liedlein auf Gassen, Feldern und in Häusern zu singen mit der Zeit abgehen möchte, wenn man geistige gute, nütze Texte und Worte darunter haben möchte.“


Martin Luther hatte gemeint, der Teufel brauche nicht alle schönen Weisen für sich zu haben. Darum textete er sein Weihnachtslied ,,Vom Himmel hoch da komm ich her“ auf die Melodie des Rätselliedes ,,Ich komm aus fremden Landen her“. Da diese Melodie aber auf den Tanzplätzen und in den Wirtshäusern nicht auszutreiben war, wurde sie 1551 im Gesangbuch durch eine andere - die wir heute kennen - ersetzt.


Schweitzer sieht in dem Rückfall jedoch die Ausnahme und reiht Beispiel an Beispiel, so ,,dass man alle Puristen der Kirchenmusik irre führen könnte, wenn man ihnen eine alte weltliche Motette mit untergelegtem kirchlichen Text vorführte.“ Er zählt auf: Wander-, Landsknechts- und Liebeslieder sind der Ursprung vieler Choräle.


So wurde Heinrich Isaaks Ton zu ,,lnspruk, ich muß dich lassen“ zum Choral ,,O Welt ich muß dich lassen“, die Choralmelodie ,,Von Gott will ich nicht lassen“ stammt vom Liebeslied ,,Einmal tät ich spazieren“; ähnlich der Choral ,,Ich hab mein Sach Gott heimgestellt“ entlehnt seine Weise dem Liebeslied ,,Es gibt auf Erd kein schwerer Leid“. Ähnliches gilt für französische Volkslieder, von denen eines der Ursprung der Melodie Bachs ,,Wenn wir in höchsten Nöten sein“ war.


Jede wahr und tief empfundene Musik - so sieht es Schweitzer - ob profan oder kirchlich, wandele auf jenen Höhen, wo Kunst und Religion sich jederzeit begegnen können.


In seinem ersten Kapitel ,,Die Wurzeln der Bachschen Kunst“ kommt Schweitzer zu der Auffassung : ,,So ist Bach ein Ende. Es geht nichts von ihm aus; alles führt nur auf ihn hin. Die wirkliche Biographie dieses Meisters geben, heißt das Leben und das Entfalten der deutschen Kunst, die sich dann in ihm vollendet und erschöpft, darstellen und sie in ihrem Streben und Fehlen begreifen."


Das ist wohl eine Formulierung, über die sich streiten lässt, weil sie missverstanden werden kann. Zutreffender erscheint nur die in einer Arbeit von Ernst Hermann Meyer getroffene Überschrift: ,,Johann Sebastian Bach - kein Ende, ein Anfang.“ Ihm geht es darum, ,,daß wir aufhören, Bach als einen von seiner Mitwelt abgeschiedenen Eremiten zu sehen und zu erklären, dass Bach wie jeder andere Künstler für die Menschen seiner Zeit und seines Volkes schuf, denen er Botschaften brachte und auf die er durch seine Musik wirken wollte.“ Auf Hegels Schrift ,,Ästhetik“ bezugnehmend, verweist Meyer darauf, dass der Philosoph an Bach rühmte, er sei vom ,,bloß Melodischen“ zum ,,Charaktervollen“ fortgeschritten. Und in dieser Hinsicht stimmt Meyer mit Schweitzer völlig überein.




Am Schluss seines umfangreichen Buches erläutert Schweitzer, in welcher Weise es ihm um den Sinn des Umgangs mit Bach geht, nämlich um ein musisches und zugleich ethisches Verständnis des Meisters Werk:


,,Nicht die Vollkommenheit, sondern der Geist der Aufführung bedingt die Wirkung Bachscher Musik. Mendelssohn, Schelble und Mosewius, welche die Kantaten und Passionen wieder zum Leben erweckten, waren dazu befähigt, weil sie nicht nur Musiker, sondern tiefe innerliche Menschen waren.“


Und so schließt er das Buch mit dem Wunsche, Bach so aufzunehmen, dass man mit ihm fühle, mit ihm schlicht und bescheiden werde.


,,Dann wird Bach mit dazu helfen, dass unsere Zeit zur geistigen Sammlung und zur Innerlichkeit komme, die ihr so not tun.“


Dieses vor fast einhundert Jahren geschriebene Wort hat wohl an Aktualität nicht verloren.