4. November 2012

Christiane Engel


DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM...
Fritz von Gunten

Musik hatte in Albert Schweitzers Leben bereits früh eine sehr grosse Bedeutung. Von seinem Grossvater, den er nicht mehr selbst erlebt hatte, «erbte» er die Begeisterurig für das Orgelspiel. Wir haben in den letzten «Berichten aus Lambarene» immer wieder auf den Organisten und Bach-Kenner Schweitzer hingewiesen. 
Wir freuen uns sehr, dass der Musik im Jubiläumsjahr ein grosser Stellenwert beigemessen wird. lm März 2013 finden in St. Gallen, Bern und Zürich Konzerte mit der Enkelin von Albert Schweitzer, Christiane Engel, und dem Jugendorchester Nota Bene statt. Im Gespräch mit ihr erfahren wir, was Musik für ihr Leben und was das Spital heute und in Zukunft für sie bedeutet.
Wann haben Sie den Zugang zur Musik gefunden und was bedeutet Musik  für Sie?
lch habe als Vierjährige angefangen, gehörte Melodien auf dem Klavier zu spielen. Meine Eltern erkannten meine musikalische Begabung und so erhielt ich vom 6. Lebensjahr an Klavierunterricht. Damals begann auch meine Liebe zu Mozarts Musik. Es war «Eine kleine Nachtmusik», die mich auf wunderbare Weise zutiefst berührte und lange nicht mehr losliess. Später entdeckte ich den Grund für diese Begeisterung: Mozarts Musik widerspiegelt meine eigenen Ideale von Harmonie, Liebe, Frieden, Mitgefühl und Verständnis für den Menschen sowie den Glauben an eine höhere Macht. Es ist meine Hoffnung, dass ich durch meine Interpretation die erhebende Freude und die heilende Kraft von Mozarts Musik weitergeben kann. Ich kenne ihre therapeutische Wirkung nicht nur als Musikerin, sondern auch als Ärztin, denn oft habe ich sie an meinen Patienten und an mir selber erfahren.

Sie sind Ärztin und Musikerin. Wie stark hat dabei das Vorbild Ihres Grossvaters Albert Schweitzer; der ja Arzt, aber auch bekannter Organist war, auf dasLeben abgefärbt?
Ich war knapp 10jährig, entschlossen Pianistín zu werden, als mein Grossvater mich zum erstenmal einlud, meine Schulferien arbeitend in Lambarene zu verbringen. Damals war ich ein verunsicherter, unruhiger Teenager, der nach einer wahren, glaubwürdigen Religion suchte, in der Harmonie zwischen Wort und Tat besteht. In schönster Weise zeigte mir mein Grossvater den Weg. Im Spital zu arbeiten, ein eindruckliches Werk - Ausdruck der Ehrfurcht vor allem Leben, d.h. der wahren Religion der Liebe - zu erfassen, überall seine inspirierende Ausstrahlung zu spüren, überwältigte mich. Hier war Wort und Tat eine Einheit. Er gab mir das, wonach ich gesucht hatte: eine Lebensphilosophie und eine Religion, die Sinn machte, die ich mit Begeisterung und Zuversicht annehmen konnte.
In meinem jugendlichen Enthusiasmus wurde Lambarene für mich zum Paradies auf Erden, wo Menschen und Tiere in der grandiosen Urwaldnatur in Harmonie zusammenlebten und wo Leiden Erlösung
fand. Nach meinem ersten, unvergesslichen Aufenthalt in Lambarene [acht weitere folgten in diesen frühen Jahren] fasste ich den Entschluss Medizin zu studieren, um als Ärztin mit meinem Grossvater arbeiten zu können. Leider kam es nicht dazu, da er starb, bevor ich mein Medizinstudium abgeschlossen hatte. Der Einfluss meines Grossvaters war für mich in jeder Beziehung von grösster Bedeutung. Er, als das wunderbare Vorbild, gab mir den Mut und das Selbstvertrauen, meine idealistischen Träume zu realisieren. Tief fühle ich mich mit ihm verbunden, speziell auch durch die Musik, und unendlich dankbar bin ich ihm für den inneren Reichtum, den er mir gegeben hat.
2013 sind es 100 Jahre, seit Ihre Grosseltern in Lambarene den Grundstein für das Urwaldspital legten. Es ist heute das älteste Entwicklungsprojekt in Afrika, das noch voll in Betrieb ist. Was sind Ihr Wunsch und Ihre Hoffnung für die Zukunft des «AlbertSchweitzer­ Spitals» in Lambarene?
Das Albert-Schweitzer-Spital entfaltete sich als eine in der Praxis realisierte Improvisation der philosophischen Prinzipien der «Ehrfurcht vor dem Leben». Meine Grosseltern haben in jeder Hinsicht, sei es hinsichtlich der Sorge um die Natur, des Lebens der Tiere sowie - ganz zentral - des Wohlergehens der Menschen, Pionierleistungen erbracht, die erst viel später als Richtlinien für Entwicklungszusammenarbeit erkannt und angewandt wurden.
Mein Grossvater hat das Spital in Zusammenarbeit mit den Eingeborenen konzipiert, hinhörend, beobachtend und Iernend, was den lokalen, sozialen, kulturellen, sittlichen und spirituellen Gebräuchen angepasst war. Er hat nicht den Fehler begangen, befremdende europäische Massstäbe anzuwenden. Dies war, nebst der selbstlosen und hingebungsvollen humanitären Arbeit meìner Grosseltern, der Hauptgrund, warum das Spital bei der gabunesischen Bevölkerung von Anfang an ein grosser Erfolg war. Das Spital hat in seiner 100jährigen Geschichte viele finanzielle, organisatorische und politische Krisen durchgemacht. Meine Hoffnung ist, dass die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Gesundheitswesen und dem auf privater Basis betriebenen Albert­-Schweit­zer­-Spital verbessert und gestärkt werden kann.
Quelle:
 S. 30/31
Berichte aus Lambarene
Rundbrief des Schweizer Hilfsvereins
Nr. 114

9. November 2011

Vierzig Jahre Greenpeace


Prof. Dr. Hartmut Kegler
Albert-Schweitzer-Freundeskreis Aschersleben

Im Jahr 1959 schrieb mir Albert Schweitzer: „Die Idee der Ehrfurcht vor dem Leben ist das Positive, das ich im Denken geschaffen habe. Aus vielen Zeugnissen weiß ich, dass sie auf dem Wege ist, sich Ansehen zu verschaffen und in menschlichen Herzen Eingang zu finden.“ Er wusste damals sicher nicht, dass noch zu seinen Lebzeiten eine der verdienstvollsten Bewegungen entstand, die, bewusst oder unbewusst, diese Idee zur Grundlage ihres Wirkens werden ließ. Schweitzer selbst hoffte, dass  sein „bleibendes Haus“ sein geistiges Werk werden würde, das er Ehrfurcht vor dem Leben nannte und das auf der Erkenntnis beruhte: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Nach seiner Ansicht bedeutete Ethik grenzenlose Verantwortung gegen alles, was lebt. Dieses Verantwortungsgefühl hat alle in der Umweltorganisation Greenpeace vom ersten Tage ihres Wirkens an durchdrungen und zu mutigen Aktionen bewegt. Ständig erlebt die Welt, welche Einsatz- und Opferbereitschaft es erforderte und auch künftig erfordern wird, sowohl für den Frieden als auch gegen den Krieg, sowohl für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten als auch gegen den Raubbau an der Natur und sowohl für die Reinhaltung von Luft und des Wassers als auch gegen deren Verschmutzung zu kämpfen. Viel unternimmt diese Organisation zudem für die Aufklärung der Menschen und Aufdeckung von Verstößen oder Verbrechen, um uns Menschen sowie den Tieren und Pflanzen ein Überleben auf unserem Planeten zu ermöglichen. Auch Albert Schweitzer warnte eindringlich vor der Gedankenlosigkeit und der verantwortungslosen Gewinnsucht, die zu Tötung, Gewalt und Zerstörung führen.  „Nur das Denken, in dem die Gesinnung der Ehrfurcht vor dem Leben zur Macht kommt, ist fähig, die Zeit des Friedens in unserer Welt anbrechen zu lassen“, sagte er und meinte damit nicht nur den Frieden unter den Menschen und zwischen den Völkern, sondern ebenso natürlich den Frieden des Menschen mit der Natur und Umwelt. Möge Greenpeace auch in Zukunft von diesem Bestreben beseelt sein und möglichst viele Menschen finden, die ihr mit Mut und Hingabe auch künftig helfen, ihre zutiefst humanistischen Ziele zu verwirklichen.

Zur Homepage von Greenpeace


4. November 2011

Albert-Schweitzer-Schule in Guben-Rückblick

2013- 100 Jahre Lambarene

Brief aus Lambarene 
 vom 03.12.1981

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Der Brief wurde von  MAX  CAULET unterzeichnet.
Auf die notwendige Weiterentwicklung des Albert-Schweitzer-Spitals reagierend, erarbeiten die Verantwortlichen der AISL eine neue Satzung für diese Einrichtung. Am 28. September 1974 wird in Strassburg die FISL gegründet («Fondation Internationale de l’Hôpital du Docteur Albert Schweitzer à Lambaréné» / «Internationale Stiftung des Albert-Schweitzer-Spitals in Lambarene»). Diese Stiftung nach Gabuner Recht leitet von nun an das Spital. Sie wird durch einen Stiftungsrat geleitet, der die multikulturelle Ausrichtung des Schweitzerwerkes gewährleistet. Ihre Gründungsmitglieder sind Dr. Holm HABICHT, Präsident (Deutschland), Max CAULET, Spitaldirektor und Vizepräsident (Frankreich), Dr. Walter Munz, Vertreter der AISL (Schweiz), Alain DOUVIOGOU, Leiter des Lepradorfes (Gabun), Pfarrer BEKALE (Gabun).

An der Schule in Guben gab es viele Aktivitäten mit den Schülern, um den Namensgeber kennenzulernen.
Es gab ein Stufenprogramm, aus heutiger Sicht nicht immer real, aber die Lehrer an der damaligen Hilfsschule bemühten sich, die ETHIK DER EHRFURCHT VOR DEM LEBEN durch Vorbildwirkung umzusetzten. Das mochten nicht alle Lehrer, aber es gab auch sehr engagierte Mitarbeiter, die Freude an dieser Thematik hatten.

Viele Lehrer und Erzieher bemühen sich, das Lebenswerk Albert Schweitzers an Kinder und Schüler heranzuführen.
Es gibt viele Möglichkeiten in den verschiedensten Fächern, das Werk Schweitzers lebendig werden zu lassen und Werte zu vermitteln.
Dieses Stufenprogramm wurde an der Albert-Schweitzer Hilfsschule,später Allgemeine Förderschule für Lernbehinderte in Guben schon viele Jahre erfolgreich erprobt.
Die Lernfächer Deutsch und Heimatkunde sind besonders dafür geeignet.

Stufenprogramm für Schüler einer Förderschule
Klaus-Dieter Voigt

Klasse 1/2

Albert Schweitzer war Arzt.
Er half den kranken und armen Menschen.
Er baute für sie ein Krankenhaus in einem anderen Land.
Er liebte die Tiere und schützte sie.
Er wurde sehr alt .
Unsere Schule trägt seinen Namen.

Lebenspraktischer Bezug/ Bewährungsfelder
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- Wir helfen uns gegenseitig.
- Wir schützen Tiere und Pflanzen.
- Wir gestalten eine Albert-Schweitzer-Wandzeitung.

Klasse 3

Er hat am 14. Januar Geburtstag.
Er war Arzt und Musiker. Er spielte Orgel.
In Afrika baute er ein Krankenhaus.
Er setzte sich für den Frieden ein.
Er setzte sich für andere Menschen ein und half, wo er nur konnte.

Lebenspraktischer Bezug/ Bewährungsfelder
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- Wir wollen so fleißig sein wie er.
- Wir quälen keine Tiere.
- Wir helfen mit unseren Spenden den Kranken im Hospital.

Klasse 4/5

Geburtsjahr 1875 , Todesjahr 1965
Aus seiner Jugend / vom Schulbesuch
Verhältnisse im Elternhaus
Sein Verhältnis zu anderen Menschen und zu den Tieren
Er war fleißig, lernte Sprachen. das Orgelspiel und studierte
Theologie und Medizin.
Das Krankenhaus im Lambarene in Afrika erwarb er von seinem
Geld, das er durch Konzerte verdiente.
Viele Menschen in der Welt halfen ihm mit Spenden.
Er kämpfte für die Erhaltung des Frieden (erhielt eine hohe
Auszeichnung).

Lebenspraktischer Bezug/ Bewährungsfelder
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- Wir fertigen alle Hausaufgaben ordentlich an, arbeiten im
  Unterricht gut mit, damit auch wir viel wissen und können.
- Wir unterstützen das Werk Albert Schweitzers, spenden und
  helfen so wie er.
- Wir lernen von ihm.
- Wir wollen auch immer eine hohe Einsatzbereitschaft zeigen.

Klasse 6/7
Sein Drang, viel zu lernen
Studien: Theologie, Medizin, Musik, Philosophie
Den wesentlichen Inhalt einiger seiner Bücher:
"Aus meiner Kindheit"
"Im Urwaldhospital"
Ein Buch über den Orgelbau
Aufsätze, um die Menschen vor einem Atomkrieg zu warnen
Schweitzers Achtung vor dem Leben der Pflanzen, Tiere und
Menschen
Das Hospital in der Gegenwart

Lebenspraktischer Bezug/ Bewährungsfelder
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- Wie er, immer danach streben, viel zulernen, aufmerksam im
  Unterricht zu sein, alle übertragenen Aufgaben in der Schule
  und im Elternhaus gewissenhaft auszuführen
- Überall helfen, wo Hilfe nötig ist
- Achtung vor dem Leben durch richtiges Verhalten im Leben

Klasse 8

Albert Schweitzers Achtung vor dem Leben und sein Wille, immer
danach zu handeln
Lambarene - geographische Lage
                - politische Situation
Sein Bemühen, die Unwissenheit und den Aberglauben unter der
dortigen Bevölkerung zu mindern
Seine Appelle an die Menschheit
Die Ehrung mit dem Friedensnobelpreis

Lebenspraktischer Bezug/ Bewährungsfelder
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- Albert Schweitzer war ein gebildeter Mensch.
- Wir erfüllen alle Lernaufgaben gewissenhaft.
- Wir üben täglich zu Hause, um Wissen zu erwerben.
- Wir sind höflich und hilfsbereit, dann achtet man uns auch.
- Wir erhalten unsere Umwelt, indem wir keine Pflanzen vernichten
 -Wälder, Wiesen, Felder, Seen und Flüsse nicht beschmutzen.
- Wir leisten unseren Beitrag zum Schutz der Tiere.
- Durch unsere Spenden unterstützen wir das Hospital in Lambarene.

Die Schule konnte nach der Vereinigung  bestehen bleiben, der Name wurde beibehalten. Mit völlig neuen Möglichkeiten konnte die pädagogische Arbeit im Sinne der ETHIK DER EHRFURCHT VOR DEM LEBEN fortgesetzt werden.
Hier sind Fragmente dieser Homepage.

1989
Aus der Chronik des NLFK
(Diese Chronik stellt Herr Ullmann kostenlos zur Verfügung)
Hier klicken und herunterladen
Auszug
Am 28. 8. fand in der Aula des Konservatoriums eine musikalische Veranstaltung statt, die von Kindern der Albert-Schweitzer-Förderschule Guben, unter Leitung von Klaus-Dieter Voigt, gestaltet wurde.
  
Klaus-Dieter Voigt bei seiner Erläuterung des Schülerprogramms
und der Vorstellung der von ihm getexteten und komponierten Schweitzer-Lieder.
Dr. Tomáš Hoskovec und Tomáš Thon zeigten im Laufe der Veranstaltung auch den inhaltsreichen Dia-Vortrag „Akewa-Ali Silver“. Musikalisch wurde der Vortrag mit Klängen der rekonstruierten Günsbacher Orgel umrahmt.
Klaus-Dieter Voigt mit seinen Chorkindern . Es war ein hervorragend dargebotenes Programm.
Auch im Jahr 1989 konnten wiederum 7 Vorträge mit insgesamt 322 Teilnehmern aus Namensträgerkollektiven und Albert-Schweitzer-Schulen gehalten werden .
An dieser Stelle sei bemerkt, dass seit 1982 in allen Albert-Schweitzer-Foren Spenden-Sammlungen durchgeführt wurden. Die Geldbeträge wurden dem Spendenkonto des
Die Musiklehrerin
Brigitte Henze leitet den Chor
Albert-Schweitzer-Komitee der DDR zugeführt.

Informationsschriften wurden am 1. 2. 1989 mit Berichten der Albert-Schweitzer-Hilfsschule Bad Freienwalde, am18. 4. 1989 mit einem Tätigkeitsbericht der Albert-Schweitzer-Gedenkstätte Weimar, am 1. 10. 1989 mit einem Bericht über das Albert-Schweitzer-Symposium in Holice (CSSR) und am 15. 12. 1989 über Albert Schweitzers Proteste gegen die Atomwaffen zugestellt.




17. September 2011

Nachlaß von Emmy Martin wird gesichtet

Das ist doch wirklich interessant. Viele persönliche Briefe von Schweitzer, sicherlich gibt es neue Erkenntnisse.
Quelle: Markus Brandes

http://news.autograph-market.com/de/component/zoo/item/albert-schweitzer-emmy-martin-nachlass-fuer-museum-gesichert.html

12. September 2011

Händel-Noten in Lambarene

Der Beitrag wurde von Prof. Dr. Ernst Luther zur Verfügung gestellt.

Zur Vergrößerung biite auf das Bild klicken


8. September 2011

Einquartierung




Einquartierung 
Klaus-Dieter Voigt
Es ist schon etwas besonderes, Gäste zu beherbergen. Aber diese Gäste sind etwas außergewöhnlich. Eine Amsel hat sich entschieden, einen Balkonkasten von uns als Wohnsitz einzurichten.

1. September 2011

Drei Generationen - eine Vision

Drei Generationen -eine Vision

Prof. Dr. Hartmut Kegler

Vorträge von Dr. Bettina Stier im Albert-Schweitzer-Freundeskreis Aschersleben sind immer ein besonderes Erlebnis. Die Vorsitzende des Albert-Schweitzer-Komitees e. V. Weimar belegt immer wieder mit ihren Ausführungen über das Wirken von Persönlichkeiten die Aktualität und Universalität einer Ethik der Ehrfurcht vor allem Leben als Grundprinzip des Sittlichen.

30. August 2011

Albert-Schweitzer-Porträt von Fritz Behn

Porträt von Albert Schweitzer, gemalt von dem Bildhauer Fritz Behn.
Fritz Behn hat die Albert-Schweitzer-Skulptur an Schweitzers Lieblingsplatz in Günsbach geschaffen.
Das Porträt wurde uns aus dem Nachlaß einer Schweitzer-Freundin von deren Tocher Bernardine Krauß geschenkt.
Das ist eine Bereicherung für das Haus.
Wir sagen herzlichen Dank.


In der Wikipedia ist sein Lebenslauf und sein Werkverzeichnis zu finden.

29. August 2011

Albert Schweitzer und die Charité

http://opensc.charite.de/images_styles/WS2007_b1.PNG
Albert Schweitzer und die Charité

Prof. Dr. Ernst Luther


1960 feierte die Berliner Charité ihr 250jähriges Bestehen und die Humboldt-Universität, der diese Einrichtung angehört, blickte auf 150 Jahre zurück. Aus diesem Anlass erhielt Albert Schweitzer die Ehrendoktorwürde eines Dr. med. h.c. Übergeben wurde ihm die Urkunde in Lambarene allerdings erst im August 1961. Wie kam es zu dieser Ehrung?

28. August 2011

Kirchentag-ein voller Erfolg




Am Stand
 MARKT DER MÖGLICHKEITEN
Der Kirchentag 2011 in Dresden war ein voller Erfolg. Wir waren dabei
weiter lesen

21. Juli 2011

Atomwaffen: Ein halbes Jahrhundert nach Albert Schweitzer


Pfr. Dr. Clemens Frey, Basel


Schweitzer war nicht der Erste, der auf ein Verbot der Atomwaffen hingewirkt hat. Bereits am 5. September 1945 verlangte das IKRK ein Verbot dieser Waffen. Aber der Appell, den Schweitzer 1958 in drei Sendungen über Radio Oslo in die Welt verbreitete, hat ein grosses Echo ausgelöst.

Fünfzig Jahre Albert-Schweitzer-Freundeskreis Dresden

                                                                                             
50 Jahre Albert–Schweitzer–Freundeskreis Dresden
 Kurt Heimann, Meißen, ASFK DD

Im Jahre 2011 begeht der Albert – Schweitzer – Freundeskreis Dresden sein  fünfzig- jähriges Bestehen. Der Freundeskreis entwickelte sich aus der Arbeit eines Mannes in Dresden, der sich um die Pflege vor allem des geistigen Werkes Albert Schweitzers verdient gemacht hat: Gottfried Schwär. Am 27.10.2009 starb dieser äußerst aktive Albert – Schweitzer – Freund im Alter von 93 Jahren in Dresden. Wir haben ihm sehr viel zu verdanken und werden sein Andenken in Ehren halten.

15. Juni 2011

Was würde uns Albert Schweitzer über Politikverdrossenheit sagen?

Prof. Dr. Ernst Luther
Vortrag am 4.6. 2011 anlässlich des 33. Evangelischen Kirchentages in Dresden zum Thema:
 „Was würde uns Albert Schweitzer über Politikverdrossenheit sagen?“

Dank für die Einladung; was mir der Dresdner Freundeskreis bedeutet (Dr. Grabs, G. Schwär)
Einstimmung: Was vermag ich nach fast acht Jahrzehnten meines Lebens anderen, besonders jungen Menschen raten?

2. Mai 2011

Schweitzer-Briefe an Speyerer Pfarrer Lind

Entnommen von:
http://www.epd.de/rheinland_pfalz_saarland/rheinland_pfalz_saarland_index_87620.html
Zugriff am 02.05.2011

Landesdienst Rheinland-Pfalz / Saarland

Landesbibliothekszentrum ersteigert Schweitzer-Briefe an Speyerer Pfarrer Lind

Speyer/Berlin (epd). Das Landesbibliothekszentrum (LBZ) Rheinland-Pfalz in Speyer hat Teile des Briefwechsels zwischen dem berühmten Theologen und Mediziner Albert Schweitzer und dem Speyerer evangelischen Pfarrer Emil Lind ersteigert. Bei einem Berliner Auktionshaus sei die Briefesammlung für 4.000 Euro erworben worden, sagte LBZ-Sprecherin Ute Bahrs am Mittwoch in Speyer dem epd. Der Schriftverkehr umfasse 29 eigenhändige Briefe Schweitzers an seinen Freund und Biografen Emil Lind aus der Zeit zwischen 1928 und 1965. Die Briefe aus dem Besitz der Lind-Erben waren Bahrs zufolge mit 3.500 Euro angesetzt gewesen. Der Vorsitzende des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte, Oberkirchenrat i.R. Klaus Bümlein, hatte die Korrespondenz im Versteigerungskatalog einer Berliner Autographen-Firma entdeckt und sich für den Erwerb eingesetzt. An der Finanzierung beteiligen sich neben dem LBZ die Stiftung der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, die Kulturstiftung der Stadt Speyer, der Rotary Club Speyer sowie private Spender.
Neben der handgeschriebenen Korrespondenz zwischen Albert Schweitzer (1875-1965) und Emil Lind (1890-1966) enthalte die Sammlung auch eine Reihe von Briefen der Mitarbeiterinnen Schweitzers im gabunischen Lambarene, heißt es weiter. Der Briefwechsel vermittelte einen Einblick in Schweitzers Tätigkeit als Missionsarzt in Afrika und lasse die Entstehung von Linds biografischen Werken über Schweitzer miterleben.
Der Erwerb der Briefe ermögliche es, intensiver über die “komplexe Figur” Emil Lind zu forschen, sagte Bümlein dem epd. Der gebürtige Schwegenheimer sei einerseits ein profilierter Seelsorger und Autor von theologischen, philosophischen, kirchen- und zeitgeschichtlichen sowie volkskundlichen Publikationen gewesen.
Andererseits habe sich der Hauptorganisator des 400. Protestationsjubiläums im Jahr 1929 in Speyer tief in den Nationalsozialismus verstrickt, sagte Bümlein. Als Mitglied der judenfeindlichen nationalkirchlichen Bewegung Deutsche Christen habe er bis zum Kriegsende ein “Durchhaltechristentum” gepredigt und sich für ein “völkisches Christentum” stark gemacht.
Dennoch sei der ursprünglich liberale Theologe, der nach 1945 nicht mehr in den Dienst der pfälzischen Landeskirche zurückkehrte, “kein strammer Nazi gewesen”, sagte Bümlein. Wie der Friedensnobelpreisträger Schweitzer auf das Engagement Linds in der Nazizeit reagiert habe, sei ihm nicht bekannt. Lind studierte unter anderem bei Schweitzer in Straßburg Theologie.
Der Nachlass mit den historischen und kulturgeschichtlichen Arbeiten von Lind befindet sich den Angaben zufolge in der Pfälzischen Landesbibliothek in Speyer. Das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer beherbergt den kirchlichen Teil. Emil Lind gelte als einer der profiliertesten Pfarrer in der Pfalz im 20. Jahrhundert, sein Nachlass werde zu Forschungszwecken rege genutzt, sagte Bahrs.

23. April 2011

Internationales Kuratorium gibt hochkarätige Preisträger bekannt



PRESSE - Info

Internationales Kuratorium gibt hochkarätige Preisträger bekannt:

Prof. Dr. Eugen Drewermann sowie Raphaela und Dr. Rolf Maibach erhalten den Internationalen Albert-Schweitzer-Preis

Preisverleihung am 28./29. Mai im Kurort Königsfeld – Dr. Franz Alt als Laudator

12. April 2011

Böhmer verehrt Albert Schweitzer


Zur Homepage

Spenden für Lambarene

Die Assistentin der FISL, Frau Françoise Dieudonné-Ruetsch (Strasbourg) hat mir in einer Mail vom 14.03.2011 mitgeteilt, dass die für Lambarene eingehenden Spenden z. Zt. für folgende Projekte verwendet werden:

1. Fertigstellung der Case D
Bei der Case D handelt es sich um ein Gebäude, das zur Unterbringung kranker Europäer errichtet worden war. Im Laufe der Zeit ist es unbewohnbar geworden und soll jetzt wieder aufgebaut werden, damit dort Fremdenzimmer eingerichtet werden können. Diese Fremdenzimmer werden später an Touristen vermietet und dadurch gewinnbringend sein. Noch fehlen allerdings etwa 20.000 €.

2. Finanzierung des Transports eines Containers mit Hilfsgütern für das Spital
Dieser Container geht am 19.05.2011 auf die Reise.
 
3. Kauf von Medikamenten

Dr. Bettina Stier, Vorsitzende des Albert-Schweitzer-Komitee e.V. Weimar

8. April 2011

Ehrfurcht vor dem Leben

In der Sächsischen Zeitung vom 07.04 2011 gefunden

3. April 2011

Wider das Vergessen

Wider das Vergessen
Der Abwurf der Atombomben am 6. August 1945 auf Hiroshima und am 9. August 1945 auf Nagasaki waren völkervernichtende Katastrophen, an deren Folgen noch heute die wenigen noch Überlebenden und die nachfolgenden Generationen zu  leiden haben. Als Albert Schweitzer nach neun Jahren ununterbrochenem Aufenthalt in Lambarene im Oktober 1948 wieder nach Europa kam, musste er feststellen, dass nach diesem  furchtbaren 2. Weltkrieg und den atomaren Bombenabwürfen in Japan, die Aufrüstung und die Produktion von massenvernichtenden Atomwaffen bereits wieder in vollem Gange war. Die Sorge um eine künftige nukleare Kriegführung ließ in für den Rest seines Lebens nicht mehr los. Den zentralen Begriff, den er nach langem Suchen im Jahre 1915 fand, die „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“, war für ihn Veranlassung, alles zu tun, damit der atomaren Gefahr Einhalt geboten wird. Als über 70-jähriger machte er sich sachkundig über die Kernspaltung, die Gefahren und deren Folgen für die Menschheit. Im Kampf gegen die atomare Bedrohung hatte er persönlich oder brieflich mit  Wissenschaftlern Verbindung, die ihn nicht nur unterstützten, sondern auch dazu bewegten, seine Stimme zu erheben. Die bedeutensten Persönlichkeiten waren Albert Einstein, Linus Pauling, Bertrand Russel, Werner Heisenberg, ja er appellierte auch an das Veranwortungs-bewusstsein von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow.
Es sei erinnert an:
-den offenen Brief vom März/April 1954 an die Verantwortlichen Politiker der Welt. Er schreibt dort  „…Es  gibt in der Welt zu viele Konferenzen und es werden zu viele Beschlüsse gefasst. Erforderlich wäre, dass die Welt auf die Warnrufe der einzelnen Wissenschaftler hörte, die dieses furchtbare Problem verstehen.“ Das Original ist am 14. Aprll 1954 im Daily Herold, London erschienen.

-das Schreiben von Albert Einstein  an Noel Martin kurz vor seinem Tod 1955. Er schreibt „Wir können nur unablässig immer und immer wieder warnen; wir können in unserem Bemühen nicht erlahmen den Völkern, zumal ihren Regierungen , das unerhörte Unglück bewusst zu machen, das sie mit aller Bestimmtheit heraufbeschwören…“.

-den Aufruf Bertrand Russels vom 9. Juli 1955 im Namen von Atomwissenschaftlern anlässlich einer Pressekonferenz in London. Unterzeichner waren die Professoren Max Born, P. W. Bridgeman, Albert Einstein, L. Infellt, J. F. Joliot-Curie, H. J. Muller, Linus Pauling,  C. F. Powell, J. Rotblat, Hideki Yukawa und Bertrand Russel.



-an die Verleihung des Friedensnobelpreises des Jahres 1952 an Albert Schweitzer, den er am 4. 11. 1954 in Oslo entgegennahm. In seiner Dankrede sprach er über „Das Problem des Friedens in der heutigen Zeit“. Er sagte: „…was uns eigentlich zu Bewusstsein kommen sollte und schon lange zuvor hätte kommen sollen, ist dies, dass wir als Überrmenschen Unmenschen geworden sind. … Mögen die, welche die Geschicke der Völker in den Händen haben, darauf bedacht sein, alles zu vermeiden, was die Lage, in der wir uns befinden, noch schwieriger gestalten und uns noch weiter gefährden könnte…“.

-die Göttinger Erklärung vom 13. April 1957 in der auf die lebensausrottende Wirkung von Atomwaffen, für die keine natürliche Grenze bekannt ist. Sie erklären sich bereit, die friedliche Anwendung der Atomenergie mit allen Mitteln zu fördern. Unterzeichner waren Fritz Bopp,  Max Born, Rudolf Fleischmann, Walter Gerlach, Otto Hahn, Otto Haxel, Werner Heisenberg, Hans Kopfermann, Max v. Laue, Heinz Maier-Leibnitz, Josef Mattauch, Friedrich-Adolf Paneth, Wolfgang Paul, Wolfgang Riezler, Fritz Strassmann, Wilhelm Walcher, Carl Friedrich Frhr. V. Weizsäcker, Karl Wirtz.


-den Mahnruf Albert Schweitzers an die Weltöffentlichkeit vom 23. April 1957 über den Sender Oslo. Hierüber berichtete auch die Lausitzer Rundschau am 24. April1957.

Albert Schweitzer sagte in seinem Mahnruf „Wenn uns immer wieder von amtlicher oder nichtamtlicher Seite versichert wird, dass eine festgestellte erhöhte Radioaktivität der Luft noch nicht über das hinausgeht, was der menschliche Körper ohne Schaden ertragen könne, so ist dies ein Vorbeireden am Problem“.

   -die Resolution, die Linus Pauling am 14. Januar 1958, dem 83. Geburtstag von Albert Schweitzer in New York eine von 9236 Wissenschaftlern, darunter Schweitzer, der UNO übergab mit der Forderung atomare Waffen zu vernichten.

-die eindringlichen Appelle Albert Schweitzers, die Radio Oslo am 28., 29., und 30. April 1958 gesendet hat. Sein Ziel war, die Regierungen der Welt zu mahnen, weil  eine weltweite Ächtung und Vernichtung von Atomwaffen  bisher nicht erreicht wurde. Hinsichtlich der Auswirkung der atomaren Strahlung auf die Menschen und die Natur sagte er „Fort und fort redet man uns von einem erlaubten Maximum der Bestrahlung, Wer denn hat es erlaubt? Wer denn ist  befugt, es zu erlauben….Die Menschheit ist durch die Versuche gefährdet. Die Menschheit verlangt ihr Aufhören. Sie hat das Recht dazu. Wenn in dem, war unsere Zeit noch an Kultur besitzt, noch etwas von wirksamem Völkerrecht erhalten ist oder wieder aufkommt, müssen die Völker…darauf verzichten. Es ist keine Zeit zu verlieren.“

-die vielfältigen Appelle und Mahnungen von den Evangelischen Kirchleitungen, insbesondere von Martin Niemöller und Papst Pius XII. 1954.

-die im September 1964, von Albert Schweitzer, kurz vor seinem 90. Geburtstag in Lambarene aufgenommene Mahnung an die Regierungen und Völker der Welt: „Mein Wort an die Menschen“.  Abschließend sagt er „ Mögen sie… bis an die äußerste Grenze des Möglichen gehen, damit dem Geiste der Menschlichkeit und der Ehrfurcht vor dem Leben zum Erstarken und zum Wirken Zeit gegeben werde“.

Deshalb haben die vielfältigen Appelle noch heute volle Gültigkeit!

Seitdem sind Jahrzehnte vergangen, doch die Atomwaffen sind noch immer vorhanden. Haben die heutigen Politikergenerationen nichts aus den mit aller Deutlichkeit dargestellten Gefahren gelernt? Wenn Wissenschaftler damals auf die nuklearen Gefahren durch Atomwaffen aufmerksam gemacht haben, so sind es heute die Gefahren durch die vielen Kernkraftwerke, davon allein 153 in Europa. Alle Regierungen und die Betreiber dieser Kraftwerke beteuern ständig, dass sie die höchsten und technisch ausgereiftesten Sicherheitsstandards haben. Wer bestätigt denn diese Behauptungen? Die nukleare Katastrophe 1986 in Tschernobyl, das erneute Reaktorunglück in Fukushima zwingen zum Handeln. Ist die Lösung, dass man die strahlenden Rückstände in Betonsarkophage einhüllt und alles den nachfolgenden Generationen überlässt? Es sind noch keine Maßnahmen von den verantwortlichen Politikern zu erkennen, da wird gleich von der Erhöhung der Strompreise geredet, der Profit der Betreiber der Kernkraftwerke hat höchste Priorität.
Die Regierungen sollten nicht in monatelangen Verhandlungen, vielen Diskussionen in Arbeitskreisen, eine Lösung suchen. Taten sind gefragt, denn es ist Eile geboten.
In unserem Land verhandeln darüber die Ministerpräsidenten von fünf Bundesländern, der Wirtschaftsminister und die Bundeskanzlerin. Es geht um alle Menschen in Deutschland.
Die weisen Worte von Linus Pauling und Albert Schweitzer sollten die Richtschnur für alle Entscheidungen sein:



Albert Schweitzer:

„Auf die Füße kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in Maßnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht.




NIederlausitzer Albert-Schweitzer-Freundeskreis
Alfred Ullmann

Literaturnachweis.
Albert Schweitzer, Verlag C. H. Beck München 1958 „Friede oder Atomkrieg“
Günther Heipp, Herausgeber, Herbert Reich-Evangelischer Verlag-Hamburg 1965  „Es geht ums Leben“
Peter Münster, Verlag Neue Stadt 2010 „Albert Schweitzer –Der Mensch-Sein Leben-Seine Botschaft“



30. März 2011

Karajan hört Albert Schweitzer

Karajan und Albert Schweitzer
Klaus-Dieter Voigt
Auf der Fahrt nach Weimar zur Mitgliederversammlung des Albert-Schweitzer-Komitees e.V. vertiefte ich mich in ein Buch von Eliette Karajan, die ihr Leben an der Seite des großen Dirigenten beschreibt.
Da tauchte am Anfang der Name SCHWEITZER auf und ich las plötzlich intensiver, denn als junges Mädchen hatte Eliette eine Berufsidee.
"Eine Weile liebäugelte ich mit Medizin, wollte- wie Albert Schweitzer- als Ärztin das unmenschliche Leiden in der Welt lindern; doch es kam ganz anders."
Quelle: Eliette von Karajan- Mein Leben an seiner Seite, ISBN 978-3-548-37279-2,UllsteinVerlag, Seite 26

Sie wurde von Christian Dior entdeckt, arbeitete kurze Zeit als Fotomodell.und lernte so  auch Herbert von Karajan kennen.

"Karajan, war bereits ins nächste Projekt vertieft und bat den berühmten Hornisten Dennis Brain, bei einer Aufnahme von Pietro Mascagnis Oper Cavalleria Rusticana, einem Eifersuchtsdrama vor sizilianischer Kulisse, den Orgelpart zu spielen - ein Instrument, das dieser ebenfalls brillant beherrschte.
Herbert und Dennis verband nicht nur die Leidenschaft für die Musik, beide liebten auch den Rausch der Geschwindigkeit. Der begeisterte Sportwagenfahrer Brain bezahlte diese Passion jedoch mit dem Leben - er starb 1957 bei einem Autounfall nach einem Konzertauftritt auf der Fahrt von Edinburgh nach London.
Was Herbert zutiefst bestürzte, ihn aber keineswegs davon abhielt, das Gaspedal weiterhin bis zum Anschlag durchzudrücken.
Ich bin Dennis Brain nur wenige Male persönlich begegnet, aber durch ihn kamen Herbert und ich in den Genuss eines ganz außergewöhnlichen Erlebnisses.
Nach den besagten Aufnahmen der Cavalleria Rusticana erwähnte Dennis so nebenbei, in der kommenden Woche würde sich Albert Schweitzer, der Urwalddoktor aus Lambarene, in London aufhalten und die neue Orgel in der Royal Festival Hall ausprobieren - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Schweitzer hatte ausdrücklich darauf bestanden, dass die Presse nichts davon erfuhr, und bis auf Herbert und mich hatte Dennis auch niemanden eingeweiht.
Herbert reagierte wie elektrisiert auf diese Ankündigung; ihm war bekannt, dass der gebürtige Elsässer Schweitzer ein begabter Organist war und selbst bereits verschiedene Orgeln konstruiert hatte. Auch Schweitzers Schriften zu den Werken Johann Sebastian Bachs nahm er immer wieder gern zur Hand. Zudem bewunderte er den großen Mann für seine kompromisslose Haltung als Mensch und Arzt, der sich dem Wohl anderer in einer der ärmsten Regionen der Welt mit seinem ganzen Können und allen Fasern seines Herzens verschrieben hatte.
Kein Wunder also, dass Herbert bei dieser Probe unbedingt dabei sein wollte, und Dennis erfüllte ihm diesen Wunsch mit dem größten Vergnügen. So kam es also dazu, dass wir voller Konzentration in der ansonsten menschenleeren Konzerthalle andächtig einem Mann lauschten, der nach ein paar furiosen Aufwärmübungen seine ganze Seele in die Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach legte und diesen einzigartigen, wahrlich »königlichen« Klangkörper mit seinem ergreifenden Spiel ausfüllte.In jenem magischen Moment fühlte ich mich völlig eins mit der Musik. Die Töne, die dieser wunderbare alte Herr mit dem imposanten Schnurrbart dem Instrument entlockte, vermittelten mir eine Ahnung von dem, was man als »himmlische Musik, die die Seelen erzittern lässt«, so oft in der Literatur beschrieben findet. Auch Herbert war ganz in sich versunken, die Augen wie immer geschlossen, hatte er zugehört und mir, nachdem der letzte Ton verklungen war, mit einem Blick zu verstehen gegeben, wie sehr ihn das Spiel des Nobelpreisträgers von 1952 berührt hatte."
Quelle: Eliette von Karajan- Mein Leben an seiner Seite, ISBN 978-3-548-37279-2,UllsteinVerlag, Seite 46-47

Hintergründe:
Im Herbst 1955 unternahm Albert Schweitzer Reisen nach England, Frankreich, Deutschland und der Schweiz.
Quelle: Ursula Müller."albert Schweitzer- Leben und Werk", www.wachstum-impulse.de

"Albert Schweitzer, 80, elsässischer Humanist, Arzt, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger, traf in der vorletzten Woche zur Entgegennahme des englischen "Order of Merit" (Verdienstorden) und der Ehrendoktorwürde der Universität Cambridge völlig übermüdet in London ein, weil er die Eisenbahnreise vom Elsaß nach London in der 3. Klasse unternommen hatte."
Quelle: Spiegel 4/1955

Dennis Brain:
1921-1957 britischer Hornist
Quelle: Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Dennis_Brain

17. Februar 2011

Gedanken

Gedanken zu einer Predigt Albert Schweitzers
Leonore Englmaier, Dresden
Am Sonntag, den 1. Dezember 1918 hielt Albert Schweitzer eine Predigt zu Sankt Nicolas in Straßburg. Seine Predigt war dem Gedächtnis der Toten des Ersten Weltkrieges gewidmet.
Einige Gedanken aus der Predigt:

20. Januar 2011

Tiergestützte Pädagogik

Was macht Strolch an der ASS?

Tiergestützte Pädagogik
Klaus-Dieter Voigt

Die Fragestellung machte mich neugierig und darauf gestoßen bin ich, als ich im Internet nach Namensträgerschulen suchte und auf die Albert Schweitzer Schule in Alsfeld klickte, die 2011 ihr 150jähriges Jubiläum feiert. Das Gymnasium trägt seit 1956 den Namen, Dr. Schweitzer gab persönlich seine Zustimmung.

Eine Anfrage der Schule bei Dr. Albert Schweitzer in Lambarene im Februar 1956 hatte eine positive Antwort zu Folge gehabt, so dass der Kreistag im Juni 1956 die Benennung des Realgymnasiums in  Albert-Schweitzer-Schule   beim Kultusministerium beantragen konnte, das sich sofort einverstanden erklärte..
 http://www.albert-schweitzer.alsfeld.schule.hessen.de/index.html

Auf der Startseite ist ein Hund abgebildet- der Schulhund Strolch-, jetzt wurde ich neugierig, denn das hatte ich noch nicht gehört.

( aus der gleichen Homepage)
Was macht Strolch an der ASS?
Hundeführerschein-AG
Die Hundeführerschein-AG findet einmal wöchentlich für 8 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 5 statt. Jedes Kind hat eine eigene Hundeführerschein-AG-Mappe, in der das bei den Treffen ausgegebene Material gesammelt wird. Diese Mappen sowie während der AG aufgenommene Fotos dürfen die Kinder nach Beendigung der AG behalten. Dadurch haben sie nicht nur ein Andenken, sondern können immer wieder einiges zum Thema „Hund“ nachlesen. In der AG wird Strolch gezielt für die praktische Arbeit eingesetzt. Am Ende der AG machen die Kinder sowohl eine theoretische Prüfung als auch eine praktische, in der sie mit Strolch verschiedene Übungen durchführen. Für die gelungene Prüfung gibt es eine Urkunde und den Hundeführerschein der Albert-Schweitzer-Schule.
Folgende Ziele und pädagogische Schwerpunkte sollen in der AG umgesetzt werden:
Die Kinder sollen den korrekten Umgang mit dem Hund erlernen und in Bezug auf den Hund sicherer werden, so dass das Unfallrisiko mit Hunden im Alltag minimiert wird.
Die Kinder sollen den natürlichen Umgang mit dem Hund erleben und sich in der Gruppe über den Hund austauschen.
Die Kinder sollen sich intensiv mit ihrer Körpersprache und der Körpersprache des Hundes auseinandersetzen.
Vorhandene Ängste in Bezug auf  Hunde oder Prüfungen können abgebaut werden.
Die Kinder haben die Möglichkeit, ihr bisher gesammeltes Wissen zum Thema „Hund“ zu erweitern, und können es auch teilweise in die Praxis umsetzen.
Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis der Kinder sollen geschult werden.
Das Regelverständnis der Kinder soll geschult werden.
Die Kinder sollen in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gefördert werden.
Das soziale Miteinander soll gefördert werden.


Klassenhund
An zwei Tagen in der Woche begleitet Strolch seine Besitzerin Frau Bickert in den Unterricht. Für diese „Hundetage“ gibt es einen wöchentlich rotierenden „Hundedienst“ (bestehend aus jeweils zwei Kindern aus der Klasse, in der Strolch eingesetzt wird, derzeit Klasse 6d), der besondere Aufgaben und somit auch besondere Verantwortung in Bezug auf den Hund übernimmt. Die Anwesenheit des Hundes beeinträchtigt den Unterrichtsablauf nicht, sondern ist eine Bereicherung für alle Beteiligten. Natürlich begleitet Strolch „seine“ Klasse auch auf Wandertagen und Klassenfahrten.



In der pädagogischen Fachliteratur ist "Tiergestützte Pädagogik" der gängige Fachbegriff.

Als Pionier der Entwicklung der Tiergestützten Therapie gilt der amerikanische Kinderpsychologe B. M. Levinson, der bereits um 1960 eher zufällig entdeckte, dass sein Hund in der Therapie eines zu behandelnden kontaktgestörten Kindes große Wirkung erzielte. Andere Wissenschaftler der USA haben diese Erkenntnis in den 70er-Jahren zum Anlass genommen, weitere Forschungen zu dieser Thematik einzuleiten. In der Folgezeit kam es in den englischsprachigen Ländern zu weiterführenden Untersuchungen und Studien, sodass wissenschaftliche Forschungszweige eingerichtet wurden.
Seit Anfang der 80er-Jahre hat sich auch in Deutschland das Interesse Einzelner entwickelt, die heilende und helfende Wirkung von Tieren in der Begegnung mit Menschen zu untersuchen. Ziel der Beobachtungen und Forschungen ist es herauszufinden, inwieweit Tiere in der Lage sind, durch ihre arteigenen Verhaltensweisen Menschen positiv zu beeinflussen, ihre Heilung zu beschleunigen oder ihren Alltag bewusster zu gestalten.
http://www.tipi-koeln.de/

Dr. Dennis C. Turner aus der Schweiz ist Leiter des Instituts für angewandte Ethologie und Tierpsychologie und ein sehr gefragter Experte in der internationalen Forschung.
Die Philosophie von Dr. Turner und I.E.T. im Umgang mit Tieren lässt sich am besten den folgenden Worten des Institutsleiters entnehmen:
«Nur wenn wir in unserem Verhalten Tiere als Partner respektieren und ihnen art- und tiergerechte Haltung anbieten, dürfen wir erwarten, dass sie uns als soziale Partner Wertvolles wiedergeben.»
http://www.turner-iet.ch/de/tierschutz.php


Wenn das funktioniert, dann ist das im Sinne der ETHIK  DER EHRFURCHT  VOR DEM LEBEN .
Nun bin ich sehr froh darüber, das es Strolch gibt, an einem Gymnasium, das zu Recht den Namen ALBERT SCHWEITZER trägt.